Die vielseitigste Mittelmeerinsel für jede Jahreszeit, ein Eiland zwischen Masse und Klasse.

Bilder aus Mallorca, bunt und kontrastreich wie die ganze Insel. Kaum ein anderes europäisches Reiseziel ist deshalb auch so in aller Munde.
Fast 7 Mio. Touristen besuchen jährlich die größte der Baleareninseln - sie können sich nicht irren. Was sie in ein oder zwei Ferienwochen
zu Gesicht bekommen, hängt ab vom jeweiligen Interesse, von Geldbeutel und Tatendrang, aber auch vom Reisedatum. Die Insulaner teilen das
Jahr in zwei Hälften, die temporada, die Zeit vom 1. Mai bis zum 31. Oktober, und den hivern, den Winter, in dem die meisten arbeitslos
sind und vom Ersparten der betriebsamen Saison leben. Sonne, Sand und Meer sind die Grundmotive für die allermeisten der Sommergäste.
Mit mehr als 180 Sandstränden, deren Gesamtlänge ungefähr 50 km beträgt, werden Mallorcas Küsten diesem Wunsch gerecht; das Wasser rund
um die Balearen gilt als das sauberste im ganzen Mittelmeerraum.
Der Sehnsucht vorwiegend nordeuropäischer Gäste, so nah wie möglich am Meeresstrand zu sein, entsprach Franco in den 1960er-Jahren mit seinem
staatlich verordneten touristischen Expansionsprogramm, mit dem die massive Küstenbebauung Mallorcas sowie das spanische, vor allem aber
das mallorquinische Wirtschaftswunder ihren Anfang nahmen. Ein zweites Wunder geschah, als in den 1980er-Jahren der wachsende Protest
organisierter Umweltschützer Einsicht zumindest bei einigen Politikern weckte, der bis dahin nahezu ungezügelten Bauwut Einhalt zu gebieten.
Erstmals beschloss das balearische Parlament Gesetze, die zukünftige Hotelbesitzer verpflichteten, mit jedem neuen Gästebett 60 m² Grünfläche
anzulegen, und ein Drittel der Insel unter Naturschutz stellten.
Damit wurde Mallorca zum Vorreiter in Sachen Umweltschutz im gesamten Mittelmeerraum. Weg von Quantität, hin zu Qualität - das war und ist
das erklärte Ziel der Inselverantwortlichen. Laut einem 1998 verabschiedeten Gesetz darf ein neues Hotel nur dann entstehen, wenn dafür ein
ausgedientes geschlossen oder abgerissen worden ist. Dem Raumordnungsgesetz von 1999, das das Baufieber dämpfen sollte, stehen jedoch leider
immer noch vor Jahrzehnten eingebrachte und genehmigte Bauanträge entgegen, die den jeweiligen Regierungen (ab 2003 konservative Volkspartei)
Probleme bereiten. Dennoch: In die Jahre gekommene Strandpromenaden wurden und werden verschönert und begrünt, weggespülte Strände künstlich
verbreitert, neu entstandene Hotels mit weitläufigen Parks und Freizeitanlagen versehen. Mallorcas hochmoderner Flughafen ist in der Lage,
an Spitzentagen 120 000 Passagiere abzufertigen; das Straßennetz ist im Vergleich zu anderen Mittelmeerländern vorbildlich. Rund um die Insel
gibt es mehr als 40 Sporthäfen, 19 Golfplätze zeigen ganz unterschiedliche Grüns. Etwa 3000 Transferbusse und 35 000 Mietwagen stehen in der
Saison bereit - für 2,4 Mio. Deutsche, 2,2 Mio. Briten, über 1 Mio. Spanier und rund 65 000 Besucher aus dem ehemaligen Ostblock.